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Interne Kurzeinsätze: Gig Economy – aber menschenfreundlich!

Die “Gig Economy” hat keinen guten Ruf: das US-Unternehmen Uber klagt sich durch die Lande, AirBnB hat neue Gesetze im Bereich der Vermietung nötig gemacht, auch Lieferdienste oder Plattformen für kreative Dienstleistungen stehen in der Kritik. Moment, Gig Economy – was war das denn nochmal? – Die Analogie zum musikalischen Gig passt tatsächlich ziemlich gut. Ähnlich wie Künstler sich von Auftritt zu Auftritt hangeln, bis der große Durchbruch kommt, arbeiten sich Freiberufler*innen und Selbstständige von Auftrag zu Auftrag, mit dem Unterschied, dass es für sie keine Aussicht auf den großen Wurf gibt. Denn den beanspruchen die Vermittlungsplattformen – Uber, AirBnB, 99designs usw. – allein für sich. Diese sind oft milliardenschwer, während die eigentlichen Arbeiter:innen unter schlechten, mitunter sogar rechtswidrigen Bedingungen tätig sind.

Und was bitte soll daran erstrebenswert sein?

Wie bei vielen neuen Konzepten – politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen – zeigt sich auch hier: der Grundgedanke war super, ist es immernoch, nur bei der Umsetzung hakt es erheblich. Die Gig Economy ist letztendlich Ausdruck unserer veränderten, von Digitalisierung geprägten Arbeits- und Lebenswelt. Wo langfristige Strategien nicht mehr funktionieren, wo sich Bedarfe binnen weniger Tage ändern können, wo ein kritischer Social Media Post ganze Organisationen von jetzt auf gleich ins Wanken bringen kann, sind flexible Strukturen und kleine Arbeitspakete gefragt, die kurzfristig an Menschen mit passenden Kompetenzen und freien Kapazitäten vergeben werden können. Klassische Unternehmen können also viel von den Plattformen lernen, gerade in puncto Flexibilität, und gleichzeitig mit dem einzelnen Menschen hinter dem Arbeitspaket verbunden blieben. Sprich: Unternehmen haben die Chance, sich die Vorteile der Gig Economy zu eigen zu machen und das, was schlecht läuft, draußen zu lassen.

Wie kann das gelingen?

Projekte vs. Kurzeinsätze: Unterschiedliche Wege aus der Krise

Bislang sind meist Projekte die kleinsten, flexibelsten Einheiten in Unternehmen. Aufgaben, die das Arbeiten abseits bestehender Prozesse erfordern, die Freiraum und Interdisziplinarität erfordern, werden an Projektteams übergeben. Mit Betonung auf “Teams”, denn meist erfordern Projekte eine Reihe ganz unterschiedlicher Fähigkeiten, die für die Dauer des Vorhabens zusammengewürfelt werden.

Noch näher dran am Prinzip des “Gigs” sind “Short Assignments”. Anders als bei Projekten wird für diese Kurzeinsätze oft nur ein ganz bestimmtes Skillset gebraucht, welches sich in einer, maximal zwei Personen vereinen lässt. Im Sinne eines  menschenfreundlichen Gegenentwurfs zur Plattform-Ökonomie vergeben Unternehmen ihre STAs aber nicht über einen anonymen Mittler an Externe, sondern werden selbst zum Marktplatz der Fähigkeiten und suchen gezielt nach passenden Kandidat*innen innerhalb der eigenen Belegschaft. Gerade in Krisenzeiten, wenn Neueinstellungen ausgesetzt sind, sind STAs eine wunderbare Möglichkeit, um gezielt Mitarbeiter*innen mit Aufgaben zu betrauen, die das Unternehmen für die Zeit nach der Krise fit machen. Ein gutes Beispiel sind Digitalisierungskonzepte, die bei vielen Firmen gerade ganz oben auf der Agenda stehen dürften. Mit Hilfe neuer HR-Tools lassen sich qualifizierte Mitarbeitende für den “Gig” mit wenigen Klicks finden. Unternehmen gewinnen dabei gleich in fünffacher Hinsicht, denn:

  1. Sie betrauen jemanden mit der Aufgabe, der oder die bereits mit dem Unternehmen, dessen Kultur und dessen Produkten vertraut ist.
  2. Sie fördern die persönliche und fachliche Weiterentwicklung der Kollegin oder des Kollegen.
  3. Sie spüren Kompetenzen in der Organisation auf, von denen sie noch nichts wussten.
  4. Sie motivieren Mitarbeitende, sich außerhalb ihres Kernbereichs einzubringen.
  5. Nicht zuletzt sparen sie wertvolle Zeit und Geld.

Kurzeinsätze und New Work

Kurzeinsätze als neue Arbeitsform in zukunftsorientierten Unternehmen basieren auf zwei Dingen, die dem Kern des “New Work”-Gedanken entspringen: Vertrauen und Freiheit. Indem Organisationen verantwortungsvolle Aufgaben nicht extern, sondern bewusst intern vergeben, signalisieren sie Vertrauen in die Fähigkeiten ihrer Mitarbeitenden. Gleichzeitig ermöglichen sie den Kolleg*innen neue Erfahrungen in einem ganz anderen Umfeld, in dem sie ein Stück weit unabhängig von bisherigen Strukturen agieren und ganz neue Impulse setzen können. Das stärkt ihre Selbstwirksamkeit, ihr unternehmerisches Denken und bringt schließlich neue, wertvolle Impulse in das vertraute Umfeld zurück.

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