Categories
--all4one-german --bpm-german --currenta-german --evonik-german --haspa-german --lufthansa-cabin-german --lufthansa-ground-german --sap-german --workz-german elia-group-german ey-german pronova-german

New Normal: 5 Denkanstöße für eine Neue Normalität in Organisationen

Normalität ist ja bekanntlich eine Frage der Perspektive. ‘Das ist doch nicht normal!’ schimpfen die einen. ‘Was ist schon normal?’ fragen die anderen? ‘Normal ist langweilig.’ sagen die nächsten. Und: Wer will schon normal sein? Wollen wir nicht alle ein bisschen anders sein? Müssen wir nicht sogar anders sein, um innovativ zu sein? Aber wenn alle anders sind, was ist dann noch normal? Funktioniert die Kategorie “normal” überhaupt noch in der VUCA-Welt, in der sich Dinge rasend schnell verändern?

Wer fertige Antworten sucht, was denn nun das “Neue Normal” ist, wird enttäuscht werden. Stattdessen sollten wir uns gemeinsam auf die Suche machen, den Kern der Organisation, in der wir tätig sind, aufspüren und daraus neue Wege der Zusammenarbeit ableiten. Ergebnis? – Offen. Und das ist gut so.

Die Normalität ist eine gepflasterte Straße; man kann gut darauf gehen – doch es wachsen keine Blumen auf ihr.

(Vincent VanGogh)

New Normal geht nicht ohne New Work

Viele Unternehmen mussten sich durch die Corona-Krise erstmals ganz praktisch mit New Work und neuen, digitalen Arbeitsformen auseinandersetzen. Sie waren gezwungen, einfach mal zu machen, ganz ohne 25-stufiges Antragsverfahren, stattdessen mit ganz viel Entdeckergeist. Laut einer repräsentativen Studie des Fraunhofer Instituts haben 57 Prozent der vorrangig im Personalwesen Beschäftigten während des Lockdowns erstmal virtuelle Bewerbungsgespräche durchgeführt. Menschen, die von Beginn an maximal flexibel und auch remote arbeiten, kommt das vor allem sehr spät vor. Warum erst jetzt?

Gleichzeitig gibt es auch nach Corona noch Unternehmenslenker*innen, die an einer Präsenzpflicht als Grundprinzip des Zusammenarbeitens festhalten und bereits die ersten Kolleg*innen wieder zurück ins Büro bestellen. Wie kann das sein? Welches Argument kann es gegen eine flexible Gestaltung des Arbeitsortes jetzt noch noch geben, außer der Angst vor Kontrollverlust einiger weniger Führungskräfte? Unternehmen, die ihre Neue Normalität auf dieser diffusen Angst aufbauen, werden es in Zukunft schwer haben. “Ist doch unnormal!” werden sie von Seiten ihrer Mitarbeitenden und von so dringend benötigten Fachkräften zu hören und zu spüren bekommen. Damit sägen diese Organisationen an dem Ast, der sie trägt: den wunderbaren, talentierten und fähigen  Menschen, die ihre Skills eigentlich in den Dienst der Organisation stellen wollen. Hätte gut werden können.

New Normal ist kein Konzept, sondern ein Mindset

Wie schaffen es Unternehmen, eine neue Normalität zu etablieren, die den aktuellen Lebens- und Arbeitsrealitäten gerecht wird? Dabei geht es längst nicht mehr nur um “ein bisschen Home Office”, weil Mitarbeitende das offensichtlich gut hinbekommen. Natürlich tun sie das! in den richtigen Strukturen und mit den richtigen Handlungsoptionen können sie noch ganz andere Dinge leisten. Mutige Unternehmen nutzen das “Fenster der Möglichkeiten”, das Covid-19 für sie geöffnet hat, und gestalten ihre Transformation gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden. Sie selbst haben es in der Hand zu definieren, was für sie normal ist und wie sie New Work und New Normal sinnvoll vereinen. Denn eines ist auch klar: Es gibt nicht das eine große New Normal, genauso wenig, wie es die eine Anleitung für New Work gibt. Beides ist ein Mindset. Beides setzt auf maximale Offenheit und die Bereitschaft, eine (Arbeits-)Welt zu gestalten, die die Menschen, ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse an erste Stelle setzt. Unternehmen, die ihre Strukturen und Entscheidungen konsequent daraus ableiten, kann so schnell nichts aus der Bahn werfen. Sie bleiben im Kern verbunden, ob analog oder virtuell, und damit stark und widerstandsfähig. Gleichzeitig schaffen sie beste Voraussetzungen, um wahre Innovationen hervorzubringen (Spoiler: flexibles Arbeiten an sich ist noch keine.).

Neue Normalität heißt maximale Verbundenheit

Vielleicht ist genau das dann auch der kleinste gemeinsame Nenner des viel besprochenen New Normal: Verbundenheit – über Abteilungen, Positionen und eben auch räumliche Grenzen hinweg. Um diese zu erreichen, müssen Unternehmen sich von alten Narrativen verabschieden und diese durch neue ersetzen. Wir hätten da ein paar Vorschläge.

5 Denkansätze für eine Neue Normalität

  1. Verbundenheit entsteht nicht nur durch physische Nähe. Sie entsteht in erster Linie durch ein gemeinsames Ziel. New Normal heißt für Organisationen, ihren Mitarbeitenden nicht nur das “WAS tun wir” zu vermitteln, sondern vor allem das “WARUM tun wir es”.
  2. Verbundenheit entsteht durch Begegnung und Austausch. Während des Lockdowns entstand eine Welle an Unterstützung – in Nachbarschaftsnetzwerken, für den Lieblings-Buchladen oder das kleine Café um die Ecke. Sie alle sind Orte der Begegnung. New Normal heißt für Organisationen, solche Orte zu schaffen, sowohl physisch, aber auch und vor allem im Digitalen Raum. Ein digitaler Marktplatz für Mitarbeitende, auf dem ich begegnen, um Wissen, Skills und Erfahrungen auszutauschen – normal!
  3. Verbundenheit entsteht durch gemeinsame neue Erfahrungen. New Normal ist das Gegenteil von Routine. Ein Projekt in einem neuen Team, ein Short Assignment an einem anderen Standort mit neuen Aufgaben und Kolleg*innen – was bisher eher die Ausnahme war, sollte von nun an die Regel werden. Normal eben.
  4. Verbundenheit entsteht durch Verständnis. Covid-19 hat uns auf drastische Weise vor Augen geführt, dass Planung und Steuerung in einer globalisierten Welt nur noch begrenzt funktionieren. Weder Digital Native noch “Boomer” haben einen Masterplan in der Tasche, um den Herausforderungen dieser Zeit zu begegnen. Die beste Strategie ist die des Miteinanders von Alt und Jung. Wir alle können voneinander lernen. Wo wertvolles Erfahrungswissen und digitale Skills aufeinandertreffen, entsteht der Sweet Spot der Neuen Normalität.
  5. Verbundenheit entsteht durch mehr Zeit. Und zwar Zeit abseits der Erwerbsarbeit. Mit digitalen Tools und einem lebendigen Wissenstransfer in Unternehmen können wir heute in weniger Zeit viel mehr erreichen als noch vor zehn Jahren. Niemand braucht mehr die starre 40-Stunden-Woche. Wenn Menschen Zeit für ALLE wichtigen Bereiche ihres Lebens haben – Familie, Freunde, Hobbies, Engagement, Ernährung, Sport, …- dann werden sie ihre unternehmensbezogene Arbeit umso mehr schätzen und ganz neue kreative Energie freisetzen.

Werden die Corona-bedingten Veränderungen in der Arbeitswelt Bestand haben? Was bleibt, wenn der Anlass von Veränderung sich ändert? – Die kommenden Wochen und Monate werden es zeigen. Jetzt liegt es in der Hand jeder einzelnen Organisation, die neuen Errungenschaften zur Norm zu machen. Das Fenster der Möglichkeiten steht weit offen.

„Das war das Kurioseste an dieser Revolution: Dass montagabends Revolution war, und spätestens am Dienstagmorgen ging jeder wieder ordentlich zur Arbeit.“

(Kurt Masur)

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *